
Seit in meinem Umfeld bekannt ist, dass ich mich gerne mit mentalem Training beschäftige und dass ich einige Übungen ausprobiert habe, werde ich häufiger um Rat gefragt, wenn es jemandem nicht gut geht. Natürlich gibt es ein paar Dinge, die sofort helfen können, aber um mit mentalem Training zu beginnen, ist das der falsche Zeitpunkt.
Mentales Training ist wie jedes Training auch mal anstrengend und je nach Ausgangslage auch emotional sehr belastend. Man muss durch die Nacht gehen, um die Sonne aufgehen zu sehen.
Man sollte somit in einer guten Lebenssituation starten, in der man etwas Ernergie übrig hat. Wenn du gerade keine Energie übrig hast, versuche es mit Entpannungsmusik und einfacher Meditation (keine innere Kind Meditation) und allen Dingen, die dir gut tun und dir keine zusätzliche Energie rauben. Ich weiß, wie schwer es ist, sich Zeit für sich zu nehmen, wenn einem eh gerade alles über den Kopf wächst und jeder Tag zu wenig Stunden hat, aber tu uns beiden den Gefallen und probier es einfach mal. 5 Minuten Kaffee oder Tee trinken, ohne etwas anderes nebenbei zu tun, kann Wunder bewirken.
Den idealen Zeitpunkt für mentales Training möchte ich gerne mit dir nochmal aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Kennst du es, wenn du endlich die Entscheidung getroffen hast, mehr für dich zu tun. Vielleicht möchtest du dich gesünder ernähren oder endlich regelmäßig in’s Fitnesstudio gehen und nicht nach ein paar Wochen mit einem teuren Zweijahresvertrag, aber ohne jegliche Motivation, dafür mit einem schlechten Gewissen und einer Tüte Chips auf der Couch liegen. Wieso schaffst du das eigentlich nicht? Ganz einfach, es ist nicht das richtige Ziel für dich. Dein Ziel sollte sein, erstmal herauszufinden, was dir wirklich gut tut und was du somit verstärken möchtest.
Hier mal wieder ein Schwank aus meinem Leben: Ich ging schon regelmäßig in’s Fitnesstudio und ich hatte viel Spaß bei Kursen mit guter Musik und netter Gesellschaft. Was mir so gar keinen Spaß machte, war Dehnen und Krafttraining. Mein Arzt riet mir aufgrund meiner chronischen Rückenschmerzen zu Pilates. Ich probierte das aus – was für ein Graus! Nee sorry, dafür bin ich nicht gemacht, da nehme ich lieber die Schmerzen. Heute mache ich zweimal die Woche Pilates, dehne mich täglich und wenn ich das nicht mache, fehlt mir etwas. Mir hätte keiner erzählen können, dass ich Pilates mal so sehr liebe. Da ich seit 13 Jahren die gleiche Trainerin habe, gibt es auch noch eine Zeugin dafür, was für ein Drama das jahrelang mit mir war. Ob sie jemals gedacht hat, dass ich regelmäßig in ihre Pilates-Kurse gehe und das sogar gerne? Ich bezweifle es. Wie war ich da jetzt hingekommen?
Ich lernte, was mir Energie gibt und was nicht. Als Hausaufgabe sollte ich alles aufschreiben, was ich gerne mache. Vom Blick in den Sternenhimmel bis zur Urlaubsreise. Jeden Tag sollte ich mindestens drei Dinge tun, die mir gut tun. Da fiel mir mal wieder auf, wie selten ich davon etwas tat und dreimal am Tag wirklich sehr sehr selten. Doch auch hier stellte sich der Effekt wieder sehr schnell ein. Die guten Dinge geben Energie und die brauchte ich um meine Ziele erreichen zu können. Plötzlich eine andere Ernährung umzusetzen, erfordert, dass du dir neue Rezepte aussuchst, Orte findest, wo du diese Lebensmittel kaufen kannst, Zeit um die Gerichte zuzubereiten und und und… Wenn du gerade nicht so zufrieden und glücklich bist und die notwendigen Aktivitäten nicht gerade deine Lieblingsbeschäftigungen sind, ist das kein idealer Weg, um mehr Lebensfreude zu erfahren. Beginne mit einfachen Dingen, setz dich auf die Couch und chill. Wenn möglich ohne Netflix und Instagram. Auch wenn du das jetzt nicht hören und glauben möchtest: das sind Energiefresser. Warum das so ist, erkläre ich dir ein andermal, denn der Blogbeitrag heute ist schon lang genug.
Ein weiterer großer Schalter wurde bei mir umgelegt, als ich mich mit der 1 % Methode befasste. War ich wirklich beim Pilates so eine Katastrophe ohne jeglichen Erfolg? Nein, das war ich nicht. Wenn ich jede Übung einzeln betrachtete, gab es jede Woche etwas, das besser funktionierte. Mal schaffte ich eine Wiederholung mehr, mal konnte ich mich weiter dehnen, mal fühlte es sich einfach nicht so schlimm an und mal war ich danach noch zu etwas zu gebrauchen. Als ich begann morgens zum Pilates zu gehen, brauchte man mich nicht fragen, ob ich abends Lust hätte etwas zu unternehmen, da war ich einfach total hinüber. Ich begann meine kleinen Erfolge zu feiern und die waren – welch Wunder – immer da. Natürlich lief auch mal etwas schlechter als in der Woche davor, aber ich machte Fortschritte. Damals habe ich diese zwar nicht aufgeschrieben, aber ich kann es dir empfehlen. Wenn du deine Erfolge visualisierst, nimmst du sie noch intensiver war.
Lass es mich zusammenfassen. Finde Dinge, die dir gut tun und du leicht in deinen Alltag integrieren kannst. Finde ein Ziel, das zu dir passt und setze es mit ganz kleinen Schritten um. Erinnere dich an deine Erfolge, wenn es mal nicht so gut läuft und stelle fest, dass du dich im Vergleich zum ersten Tag stark verbessert hast. Gib nicht auf, du schaffst das. Wir wissen beide, dass ich dir heute nur die Wahrheit nochmal vor Augen geführt habe und dass du alles erreichen kannst. Ich glaube an dich!
Mit Liebe und Dankbarkeit!
Deine Corinna

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