Reisebericht Rovaniemi 23. bis 30. November 2025
24. November 2025 (morgens)
Heute ist bereits der 24.11.2025 und ich sitze morgens in meinem gemütlichen Apartment in Rovaniemi.
Gestern bin ich um 03:00 Uhr aufgestanden und zum Flughafen Düsseldorf gefahren. Dort hatte ich wieder einen Platz im Parkhaus gebucht – diesmal musste ich nicht einmal ein Ticket zeigen, denn die Schrankenanlage erkannte mein Kennzeichen. Wahrscheinlich werde ich irgendwann lachen, wenn ich das hier nochmal lese.
Es war auch direkt ein Parkplatz zu finden und ich fuhr mit dem SkyTrain zum Terminal. Dort war ganz schön viel los, vor allem am Eurowings-Schalter. Ich ging zum SB-Terminal und hielt meinen QR-Code auf das Scanfeld. Es geschah nichts und um mich herum fluchten schon ein paar Menschen. Doch dann sah ich, dass es einen extra Scanner für QR-Codes gab – und zack, da hatte ich die Banderole für meinen Koffer.
An der SB-Gepäckaufgabe war ebenfalls nichts los und so war ich nach zehn Minuten mein Gepäck los und ging zur Sicherheitskontrolle. Ein Teil meines Gepäcks musste zwar zum Drogenabstrich, aber letztendlich ging alles wieder ratzfatz. Ich suchte mir ein Café in der Nähe des Gates und gab ein paar Freunden Rückmeldung, dass ich am Gate war.
Der Abflug war pünktlich und es war ein sehr angenehmer Flug. Die Frau neben mir hatte drei Stunden lang ihre Winterjacke an und ich fürchte, dass sie hier in Lappland frieren wird. Als ich auf mein Gepäck wartete, unterhielt ich mich mit einer Familie aus Deutschland und mir wurde klar, dass ich gut vorbereitet bin. Die Familie wusste nicht wirklich, was sie mitnehmen sollte.
Ich rief mir ein Uber und war zum ersten Mal draußen in Lappland. Es waren etwa -10 Grad und ich war überrascht, dass ich es gar nicht mega kalt fand. Mein Fahrer war sehr nett und brachte mich zu Mikael, der auf mein Gepäck aufpassen würde. Die Fahrt war traumhaft – ich bekam den Mund kaum zu und musste auch ein paar Freudentränen zurückhalten. Das hatte bereits im Flieger begonnen und am Flughafen sahen mich die Menschen teils mitleidig an, aber es war einfach nur Freude und Überwältigung.
Erst fand ich Mikael nicht und er ging auch nicht ans Telefon. Ich kam mir etwas verloren vor, aber dann rief er mich nach ein paar Minuten zurück. Er ist vielleicht Mitte 20 und ein echter Finne. Nur mit Rucksack ging ich dann in die Stadt.
Ich wollte mit dem Bus zum Weihnachtsmanndorf fahren, aber ich war zu blöd dafür. Ich habe die Haltestellen nicht gefunden und nicht verstanden, welcher Bus öffentlich genutzt werden konnte. Also ging ich in ein Café und nahm einen Latte Macchiato und ein Stück Kuchen. Danach schaute ich nochmal nach den Bussen – und habe es dann tatsächlich geschafft.
Das Weihnachtsmanndorf war sehr schön hergerichtet. Ich wusste vorher, dass man für alles extra bezahlen muss, und drehte nur eine Runde über das Gelände. Ich machte ein paar Fotos und kaufte Postkarten. Man kann die Karten in einen Briefkasten schmeißen, sodass sie erst im Dezember verschickt werden. Ich möchte am Mittwoch nochmal wiederkommen und sie dann einwerfen.
Gegen 16:00 Uhr fuhr ich zurück und um 17:00 Uhr konnte ich mein Gepäck bei Mikael abholen.
Die Wohnung ist etwa 500 Meter entfernt. Ich war so mega platt und als ich den Koffer im zweiten Stock hatte, musste ich erstmal atmen. Die Wohnung ist sehr schön. Ich hatte mir von zu Hause Nudeln und Pesto mitgenommen und machte mir eine große Portion. Den Fernseher verband ich mit Prime Video und ließ Weihnachtsfilme nebenher laufen.
Eigentlich wollte ich direkt ins Bett, aber dann machte ich doch noch die Sauna an. Der Balkon der Wohnung ist riesig und nach der Sauna war es wirklich toll dort. Der Himmel war tatsächlich nicht ganz dunkel und ich konnte erst nicht schlafen, weil ich auf Polarlichter hoffte. Aber die Müdigkeit hat gesiegt und ich schlief bis 09:00 Uhr.
Jetzt chille ich noch ein bisschen, bis ich gegen 12:30 Uhr abgeholt werde, um eine Husky-Tour zu machen. Ich habe Kaffee und Filter gefunden – nur keine Maschine –, aber ich habe es trotzdem geschafft, mir einen Kaffee zu machen. Es gab schon Porridge und gleich noch Fladenbrot, dann packe ich meine Sachen und ziehe mich warm an. Heute sind es auch wieder etwa -10 Grad.
24. November 2025 (abends)
Heute habe ich das bisher schönste Erlebnis meines Lebens erlebt.
Es war so traumhaft schön bei den Huskies und als ich alleine meinen Schlitten gelenkt habe, fühlte ich mich wie in meinem Element. Ich wurde pünktlich abgeholt und im Auto saß schon eine deutsche Familie mit einem Kind. Der Fahrer hieß James und kam gebürtig aus England. Er hat die Tour heute zum ersten Mal durchgeführt beziehungsweise begleitet und wusste manchmal nicht genau, wohin. Aber er hat sich sehr gut um uns gekümmert.
Wir fuhren eine gute Stunde bis zur Farm, aber die Landschaft ist ja so traumhaft, dass es auch einfach schön ist, durch die Gegend gefahren zu werden.
Vor der Abfahrt bekamen wir Overalls, damit unsere eigene Kleidung sauber bleibt. Wir zogen uns um und gingen dann zu den Schlitten. Irgendwie war ich davon ausgegangen, dass ich mir den Schlitten mit jemandem teilen müsste, aber ich durfte alleine fahren. Wir wurden mit Snowmobilen begleitet. Die Hunde hatten so viel Freude und wollten einfach nur losrennen.
Es war viel zu schnell vorbei, aber ich werde dieses Gefühl nie vergessen.
Vor der Tour waren wir noch an den Zwingern der Jungtiere und bekamen einiges erklärt. Nach der Tour konnten wir die Hunde noch knuddeln. Danach gab es heiße Würstchen, Tee, Kaffee und heiße Schokolade am Lagerfeuer. Alles war sehr entspannt und ohne Hektik.
Vor der Heimfahrt legten wir die Overalls wieder ab. Die Deutschen schicken mir noch ihre Fotos und Videos, da ich als Fahrerin des Schlittens mein Handy nicht benutzen durfte.
Als James mich wieder an der Wohnung absetzte, wollte ich noch schauen, wo das Hotel ist, an dem ich morgen abgeholt werde. Scheinbar hatte ich in Maps etwas falsch eingegeben und lief erstmal in die falsche Richtung – und stand plötzlich in der Innenstadt. Ich trank im Pub ein Bier und fand danach dann doch noch das Hotel.
Gerade habe ich noch zwei Saunagänge gemacht, aber jetzt bin ich auch wirklich HUNDEmüde.
Es ist 22:00 Uhr.
25. November 2025 (nachmittags)
Der Stift muss erstmal auftauen.
Heute waren es den ganzen Tag über -20 Grad. Ich bin schon um 08:00 Uhr abgeholt worden, aber bei -20 Grad war es tatsächlich nicht so schlimm, wie ich gedacht hatte.
Es waren wieder sehr nette Leute in der Gruppe und unser Fahrer Juho kümmerte sich um alles. Wir sind etwa 45 Minuten aus Rovaniemi rausgefahren. Die Farm war wunderschön und die Tiere scheinen es dort wirklich gut zu haben. Es ist nicht besonders touristisch, es war einfach nur bitterkalt. Juho sagte, dass das Auto zeitweise -24 Grad angezeigt hat.
Rentierschlittenfahren ist übrigens sehr einfach: reinsetzen und losfahren. Die Tour ging etwa zwei Kilometer und es war einfach nur herrlich. Danach ging es in eine Hütte mit Feuer, wo es Pfannkuchen und Kaffee gab. Auf der Farm lebt eine Familie der Sami – so etwas wie die Ureinwohner Lapplands – und dadurch fühlte sich alles sehr authentisch an.
Juho machte danach noch ein paar Bilder von uns im Schnee. Als ich wieder im Apartment war, gab es zwei Saunagänge und einen Mittagsschlaf. Danach bin ich etwa 2,5 Kilometer zu einem Aussichtspunkt gewandert, den mir Mikael empfohlen hatte.
Es war ein bisschen gruselig, im Dunkeln allein durch den Wald zu laufen, aber für die Finnen scheint das völlig normal zu sein. Eigentlich war es auch gar nicht richtig dunkel, denn der Weg war mit Laternen versehen. Nur drum herum sah man eben nichts – und ich hatte mich vorher nicht schlau gemacht, welche Tiere dort eigentlich leben.
Als ich etwa zwei Kilometer gegangen war, traf ich zwei Finninnen, die ebenfalls alleine unterwegs waren. Sie hatten sogar ein Feuer gemacht. In Finnland gibt es überall Feuerstellen und oft liegt dort Holz bereit. Es ist ein Brauch, dass man immer etwas Holz für den Nächsten da lässt, wenn man die Möglichkeit hat, mehr zu tragen, als man selbst braucht.
Ich hatte gehofft, dort oben Nordlichter zu sehen, aber es gab „nur“ das Farbenspiel des Sonnenuntergangs. Ich war fast zwei Stunden draußen und ging danach in ein Streetfood-Restaurant, in dem es Lachssuppe gab. Die war richtig lecker.
Jetzt sitze ich im Pub und bin sehr müde, obwohl es erst 19:00 Uhr ist. Morgen früh steht eine Snowmobil-Tour an und abends eine Nordlichterjagd. Eigentlich wollte ich erst am Wochenende Snowmobil fahren, aber es soll hier so warm werden, dass sogar Regen angekündigt ist. Deshalb habe ich die Tour auf morgen vorgezogen.
Ich hoffe sehr, dass ich am Freitag noch die gefrorenen Wasserfälle sehen kann – sonst muss ich leider nochmal wiederkommen. Angeblich sind die Tage hier ja so kurz, aber ich finde sie ultralang. Morgen mache ich auf jeden Fall zwei Stunden Mittagsschlaf. 😉
27. November 2025 (morgens)
Oh, schon der 27. November 2025. Gestern Morgen bin ich Snowmobil gefahren – das war extrem cool. Die Gruppe war diesmal größer und ich wurde nicht abgeholt, aber ein Spaziergang durch die Stadt um 08:00 Uhr morgens hatte auch etwas für sich.
Da meine Schuhe mir entweder die Knöchel aufreiben oder die Schnürsenkel gerissen sind, entschied ich mich für die Schuhe vom Veranstalter. Nachdem wir alle versorgt waren, ging es mit einem großen Reisebus etwa 45 Minuten raus aus der Stadt. Dort empfing uns David, zeigte uns zuerst das Gelände und auch dort gab es Rentiere. Anschließend fuhren wir mit Minivans weiter zu den Snowmobilen.
Wir bekamen eine Einweisung und dann ging es los. Da es eine ungerade Zahl an Teilnehmern war, durfte ich die ganze Tour alleine fahren. Sicherheitshalber wurde ich gefragt, ob ich sehr mutig sei. Was sollte ich da denn sagen? 😉
Wir waren gut eine Stunde unterwegs. Man muss den Lenker wirklich festhalten, und ganz einfach ist das nicht. Ein paar Mobile vor mir landete auch jemand im Graben, konnte aber weiterfahren. Das Wetter war herrlich, die Sonne schien und der Himmel zeigte tolle Farben.
Nach der Tour gab es wieder Barbecue, diesmal in kleinen Tipis, die alle in der Mitte ein Lagerfeuer hatten. Mega cool – das hat sich auf jeden Fall gelohnt.
Zurück in Rovaniemi ging es natürlich erstmal wieder in die Sauna. Ich ruhte mich den Nachmittag aus, denn am Abend stand die Nordlichter-Tour an. Diese kann bis zu zehn Stunden dauern. Der Veranstalter gibt eine Garantie, dass man Nordlichter zu sehen bekommt, und je nach Wetterlage fährt man bis zu fünf Stunden von Rovaniemi weg, um weiter nördlich bessere Chancen zu haben.
Um 18:10 Uhr wurde ich abgeholt. Da ich zuletzt eingesammelt wurde, fuhren wir dann aus der Stadt heraus – allerdings nur etwa 45 Minuten, denn das Wetter war perfekt. Wir mussten lediglich der Lichtverschmutzung der Stadt entkommen.
Ich war zunächst etwas verwirrt, als wir ausstiegen und unsere Fahrerin und Fotografin meinte, dass schon viele Lichter da seien. Ich sah kein Grün oder Ähnliches am Himmel. Erst dann erfuhr ich, dass das menschliche Auge die Nordlichter oft kaum wahrnimmt. Durch die Fotografie werden die Farben sichtbar. Meine Handykamera erkannte schon mehr, aber auf der Kamera der Fotografin war es ein absolutes Phänomen.
Die Anzahl der Bilder ist unbegrenzt – man kann sich so oft fotografieren lassen, wie man möchte. Zunächst waren wir etwa eine Stunde draußen. Der Van lief die ganze Zeit, sodass man sich zwischendurch aufwärmen konnte.
Gerade saß ich mit ein paar anderen Teilnehmern im Bus, als wir plötzlich rausgerufen wurden: Die Nordlichter hatten begonnen zu tanzen. Es sah so herrlich aus. Sie wurden immer stärker, bis man sie schließlich auch ohne Kamera deutlich erkennen konnte.
Zwischendurch waren wir wieder im Bus und es gab Schoko-Muffins und heißen Blaubeersaft. Alles ist sehr einfach gehalten, aber ein voller Genuss. Alle Teilnehmer waren dankbar und zufrieden.
Unsere Fahrerin fragte schließlich, ob es für uns in Ordnung sei, zurück in die Stadt zu fahren, da bald Wolken aufziehen sollten und wir bereits einmalige Bilder geschossen hätten. Wir machten uns also auf den Rückweg Richtung Rovaniemi.
Plötzlich wurden wir langsamer und ich hatte kurz Angst, dass etwas mit dem Auto nicht stimmt. Uns begegnete vielleicht alle halbe Stunde mal ein Auto. Dann hielten wir in einer Parkbucht. Unsere Fahrerin meinte, wir sollten aussteigen und in den Himmel schauen – laut ihrem Radar seien die Lichter genau über uns.
Es war atemberaubend. Die Lichter waren jetzt so intensiv, dass man sie auch ohne Kamera deutlich sehen konnte. Ich musste mal wieder meine Tränen zurückhalten. Ein absolut mega Erlebnis.
Ich bin unfassbar dankbar dafür, dass bei meinen Ausflügen einfach alles perfekt ist.
27. November 2025 (nachmittags)
Es ist jetzt Donnerstagmittag und heute habe ich keine Tour gebucht, sondern nur einen Tisch heute Abend um 18:00 Uhr im besten Restaurant für Rentierfleisch in Rovaniemi. Ich habe bis fast 09:00 Uhr geschlafen und erstmal die Sauna angeschmissen. Herrlich!!! Nebenbei lasse ich einfach gestrickte Weihnachtsfilme laufen oder ich höre Weihnachtsmusik. Ich werde gleich zum Weihnachtsmanndorf fahren und dort Lachs essen. Außerdem gebe ich die Wunschzettel von Liv und Oscar ab. Es ist so traumhaft hier!
28. November 2025 (nachmittags)
Gestern ging es erneut mit dem Bus zum Weihnachtsmanndorf. Als erstes holte ich mir einen Time Slot beim Weihnachtsmann für 15:00 Uhr. Es war etwa 13:45 Uhr und ich dachte das es locker reicht um in der Zeit Lachs essen zu gehen. Tja, Pustekuchen. Anderthalb Stunden stand ich vor dem Lachs Restaurant. Mein Weihnachtsmann-Slot war verfallen und ich wollte nun zumindest beim Postamt noch die Wunschzettel abgeben. Tja, Pustekuchen. Aufgrund technischer Probleme war das Post Office geschlossen. Ich ging in ein Café und trank einen Glögi. Glögi ist alkoholfrei und heißer Blaubeersaft mit Gewürzen. Sehr lecker, aber auch teuer. Die Tasse Glögi kostete 5,50€ und mein Bier beim Lachs hat nur 3,50€ gekostet. Der Lachs war übrigens wirklich sehr sehr gut.
Als ich im Café saß, entschied ich mich meinen Slot handschriftlich von 15:00 Uhr auf 16:00 Uhr zu ändern. Ich hatte nur einen Kulli mit blauer Mine und so ging ich in einen Giftshop und schrieb kurz mit einem schwarzen Kugelschreiber. Ich ging mit meinem neuen Timeslot zu den Elfen und sie ließen mich rein. Im Wartebereich stand nochmal einen Briefkasten für Wunschzettel an den Weihnachtsmann und ich konnte die Wunschzettel von Liv von Oscar einwerfen.
Dann musste ich aber immer noch eine Stunde warten. Ich unterhielt mich mit dem Pärchen hinter mir, das aus Brasilien kam. Hier sind natürlich Menschen aus der ganzen Welt und der Weihnachtsmann nutzt das gnadenlos aus. Man ist ein paar Sekunden beim Weihnachtsmann und wird fotografiert. Er hat mir zwar noch schöne Weihnachten auf Deutsch gewünscht, aber ich glaube, dass es nicht der Echte war. Die Bilder kann man sich für läppische 35€ ausdrucken lassen. Haha, Ich bin mit meiner gratis Einkaufstasche wieder raus und zum Bus gegangen.
Ich hatte zwischendurch meinen reservierten Tisch um eine Stunde nach hinten verlegt. Ich ging ein bisschen shoppen und kaufte mir silberne Schneeflocken-Ohrstecker für 35€. Ich denke, dass ich da mehr von haben werde als von einem schlechten Foto. Okay es gab noch eine neue Mütze und Handschuhe, aber ich schwöre, dass ich die auch wirklich brauche.
Danach ging ich für eine knappe Stunde ins Pub und ich probierte ein Hazy Hippo IPA, das sehr lecker war. Dann ging es in’s Taiga und es war wirklich alles sehr köstlich. Ich trank einen Gin Tonic, aber mit Blaubeersaft natürlich – hervorragend war der. Das Rentier auf Selleriepürree und Austernpilzen war auch zum dahinschmelzen. Weil das Essen wirklich erstklassig war, probierte ich noch ein Dessert mit Moltebeere, die ähnlich schmecken wie Brombeeren. Diese Beeren gibt es nur in Lappland und werden auch finnisches Gold genannt. Nach meinem Festmahl gab es noch eine Sauna Session, einen Weihnachtsfilm und ein warmes Bett.
Heute Morgen wurde ich um 7:30 Uhr abgeholt und ich war natürlich – klassisch deutsch – ein bisschen früher draußen. Der Van stand schon vor der Tür. Der Guide Elja war schon da. Ich war sein einziger Pick Up und so fuhren wir zum Office. Da erzählte er seinem Kollegen, dass ich überpünktlich war. Ich meinte, dass ich aus Deutschland käme und das normal sei, sie lachten und gaben zu, dass die meisten zu spät kämen, aber niemals Teilnehmer aus Deutschland. Es kam noch vier andere Teilnehmer. Eine Mutter mit ihrer Tochter aus Portugal, eine Frau aus Taiwan und ein junger Mann aus New York.
Wir fuhren 90 Minuten raus, und diesmal saß ich vorne. Das fand ich besonders schön, ich unterhielt mich viel mit Elja, wobei er etwa 90% Redeanteil hatte. Ich hatte das Gefühl, dass er das brauchte. Er erzählte mir von seinen Depressionen vor ein paar Jahren. Irgendwie passiert mir das auf Reisen immer wieder. Ich glaube, aktiv Zuhören liegt mir. Wir bekamen Spikes und die fand ich richtig gut im Schnee und auf Eis. Zu Hause werde ich mir auch welche anschaffen. Die Tour ging etwa 5 Kilometer entlang der gefrorenen Wasserfälle. Diese sind eigentlich nur leichte Wasserabläufe an Felsen, aber wenn sie gefroren sind, sehen sie größer aus. Es gab mehrere davon und sie hatten unterschiedliche Farben. Das ist abhängig davon, welche Materialien im Wasser waren.
Elja hatte auch wieder eine Spiegelreflexkamera dabei und ich bin auf die Bilder gespannt. Am Auto hatte Elja uns noch jedem ein Holzscheit gegeben. So machten wir etwa 500 Meter vor der Rückkehr zum Van noch einmal ein Barbecue. Diesmal hatten wir Picker an einem Teleskopstab und jeder garte sein Essen selbst. Das war echt cool. Ich bin ja schon viel gewandert und habe in Island viel Natur gesehen, aber die Tour hat sich richtig gelohnt. Wir hatten auch jeder eine Thermoskanne mit heißem Blaubeersaft bekommen und eine Stirnlampe – man weiß ja nie in Finnland.
Auf der Rückfahrt sind mir immer wieder die Augen zu gefallen und ich habe auch etwas geschlafen. Tolle Eindrücke und mega viel frische Luft. Jetzt bin ich zwischen zwei Saunagängen, danach ruhe ich mich noch etwas aus und möchte anschließend in’s Pub. Schließlich ist Freitag und morgen habe ich frei 😉
29. November 2025 (vormittags)
Der Abend im Pub war sehr relaxt. Ich hatte mein Tablet dabei und habe einen Blogbeitrag geschrieben. Um mich herum war gute Stimmung. Neben mir spielt ein paar Jenga und die Lache der Dame war göttlich und total ansteckend. Ich war über zwei Stunden im Pub und habe zwei Pints getrunken. Das habe ich im Anschluss ein wenig bereut, denn ich habe schlecht geschlafen und mein Körper ist ausgetrocknet. Aber heute hab ich ja frei und konnte ausschlafen.
Ich habe schon zwei Saunagänge hinter mir, ein Porridge und einen Weihnachtsfilm. Es kamen heute auch die ersten Bilder vom Fotografen von der Nordlichterjagd. Die sehen schon richtig cool aus. Es ist schon toll, dass immer jemand mit einer Spiegelreflexkamera dabei ist. Das war mir beim Buchen der Touren gar nicht bewusst. Bevor ich in’s Pub ging, habe ich noch ein paar Geschenke für meine Lieben zuhause eingekauft. Das hat Spaß gemacht, sich in Ruhe alles anzusehen. Jetzt gleich gehe ich in’s Arktikum, ein Museum über Lappland und die Nordlichter. Das Wetter ist bescheiden. Es sind 4 Grad und es regnet ab und zu, was dazu geführt hat, dass alles sehr vereist ist.
29. November 2025 (nachmittags)
Rovaniemi ist immer noch eine Eisbahn und mein Weg zum Museum war ziemlich rutschig. Zwischenzeitlich habe ich gedacht, dass ich besser wieder nach Hause gehe, aber da hätte ich mich ja auch hinlegen können. Ich musste auch nur 450 Meter gehen.
Das Museum war sehr modern und ich habe immer noch was Neues gelernt, obwohl ich in Skandinavien schon in einigen Museen war. Ich fand es wahnsinnig interessant, nochmal zu sehen, welche Gebiete innerhalb des Polarkreises sind. Und welche Temperaturen es wo gibt. Sehr beunruhigend ist allerdings der Klimawandel. Ich war in Island an einem Gletscher, und dass dieser und andere Gletscher schmelzen, erhöht den Meeresspiegel und hat direkte Auswirkungen auf uns alle. Wären alle Menschen so naturverbunden wie die Finnen und Sami, dann gäbe es bestimmt weniger Klimawandel. Im Museum lief auch ein zehnminütiger Film auf einer Kino Leinwand, wo atemberaubende Bilder der Natur gezeigt wurden. Diese Bilder waren wahnsinnig beeindruckend und ich fand es krass, wie nah ich diesen Naturerlebnissen auf meiner Reise gekommen war. Im Winter gibt es noch eine ganze Menge mehr Schnee als ich gesehen habe, aber ich habe schon eine ordentliche Portion erleben dürfen.
Im Museum hat ständig mein Magen geknurrt und ich holte zwischendurch meinen Rucksack aus dem Spind für ein paar Snacks. Das half aber nur bedingt, und ich beschloss nochmal zum Streetfood-Restaurant zu gehen. Auch diesmal gab es eine Schlange bis vor die Tür, aber ich habe nur etwa 10 Minuten gewartet. Vorteil des Alleinreisens ;-). Ich habe nochmal eine Lachssuppe gegessen. Die mache ich mir zwar auch zu Hause, aber in Finnland schmeckt sie besser.
Ich fühlte mich ziemlich erschöpft und entschied, den restlichen Abend im Appartement zu verbringen. Es gibt ja sooooo viele Weihnachtsfilme, mein Koffer ist jetzt auch schon so gut wie gepackt und ich werde morgen gegen 09:30 Uhr zum Flughafen aufbrechen.
Es war die schönste Reise meines Lebens!
Große Liebe und Dankbarkeit für Finnland!
Kiitos Suomi!
