Reisebericht Island 19. bis 29. Mai 2025
Tag 1
Frankfurt, 19.05.2025
Juhu, es wird wieder gereist! Und diesmal ist ein wunderschönes Notizbuch dabei, dass mir eine liebe Kollegin geschenkt hat. Morgen geht es nach Reykjavík – endlich! Eine Reise nach Island ist schon so lange geplant. Mir ist sogar ein Reiseführer aus 2017 in die Hände gefallen. Ich hatte diese Reise immer schonmal mit Freundinnen geplant, aber es ist nie etwas geworden. Jetzt bin ich so weit, dass ich alleine auf die Reise gehe.
Da die Deutsche Bahn leider nicht so zuverlässig ist, bin ich einen Tag eher nach Frankfurt gefahren. Meine liebe Nachbarin hat mich heute Morgen zum Bahnhof gefahren. Da habe ich auch eine S-Bahn eher genommen, damit ich den gebuchten ICE nicht verpasse. Es hat aber alles ganz wunderbar geklappt. Es gab auch genug freie Plätze im ICE und schon nach 50 Minuten war ich am Flughafenbahnhof.
Diesmal reise ich mit Lufthansa. Was mir jetzt schon sehr gut gefällt, ist, dass man das Gepäck aufgeben kann, sobald man den Boarding Pass hat. Den Gepäckcode druckt man auch hier selber aus. So war mein Gepäck heute Mittag schon am Flughafen verarbeitet und ich konnte den restlichen Tag mit dem Rucksack verbringen. Der ist allerdings gar nicht so leicht, weil ich auch für eine Woche Island nur einen kleinen Koffer, der 18,5 Kilo wiegt, mitgenommen habe.
Danach habe ich mir ein Tagesticket für Bus und Bahn gekauft und bin zum Städel Museum gefahren. Die Hälfte der Ausstellung war sehr interessant, die andere Hälfte war mir zu heilig. Christentum ist ja schön und gut, aber dass auf Bildern alle Menschen einen Heiligenschein haben, ist zu viel für mich. Da bin ich schnell wieder weggegangen. Ich konnte meinen schweren Rucksack kostenlos an der Garderobe abgeben. Leider habe ich erst nach der Abgabe gemerkt, wie hungrig ich bin, und bin mit lautem Magenknurren 2,5 Stunden durch das Museum gelaufen.
Danach suchte ich nach einem Restaurant und ging etwa 15 Minuten am Main entlang bis zur L’Osteria. In Düren nicht mein Lieblingslokal, aber da wusste ich, dass ich auch nicht so viel falsch machen konnte. Ich trank ein alkoholfreies Weizen und einen doppelten Espresso und aß Lasagne. Die war ganz gut, wenn auch nicht ganz so lecker wie meine eigene. Zumindest hält sie mich lange satt und ich brauche heute nichts mehr.
Nach dem Essen spazierte ich zum Hauptbahnhof und fuhr mit der S-Bahn zum Hotel am Flughafen. Das Hotel ist für den Zweck mega schön, es wurde erst letzten Monat eröffnet. Ich kann mir sogar vorstellen, dass vor mir noch keiner in dem Bett geschlafen hat. Das Personal ist nett und es gibt einen kostenlosen Shuttle zum Flughafen, der jede Stunde fährt. Die Zeiten sind für mich zwar nicht ideal, aber ich kann am Flughafen ja noch etwas chillen – das kann ich ja ganz gut.
Obwohl das Hotel so nah am Flughafen ist, ist es echt ruhig. Nur als eben die Kirchenglocken läuteten, war es sehr laut. Ich bin trotzdem bei einer Meditation eingeschlafen. Jetzt habe ich mich aber noch mal aufgerafft und trinke entspannt ein alkoholfreies Weizen.
Vor ein paar Tagen habe ich das Hotel in Island noch mal umgebucht und ich schaue jetzt gleich nach, wie ich vom Flughafen zum Hotel komme. Ich bin auf die Nacht und das Frühstück morgen gespannt und natürlich auf meinen ersten Flug mit Lufthansa!
Tag 2
Reykjavík, 22.05.2025
Wuhu, Island! Die Nacht im Hotel in Frankfurt war ruhig. Ich habe mich nur zwischendurch damit bekloppt gemacht, dass ich das Notebook im Koffer habe und das wahrscheinlich gar nicht erlaubt ist, weil ein Akku drin ist. Nachdem ich dann total nervös war, habe ich gegoogelt: Es ist zwar nicht ideal, ein Notebook im Koffer zu transportieren, aber scheinbar auch nicht verboten. Ich habe zwar noch einen Moment gebraucht, um zur Ruhe zu finden, aber dann habe ich geschlafen. Der Koffer ist übrigens heil mit Notebook in Island angekommen!
Das Frühstück war dürftig, aber ich hatte auch keine großen Erwartungen. Der kostenlose Shuttle funktionierte einwandfrei. Ich hatte sehr viel Zeit am Flughafen und war auch durch die Sicherheitskontrolle schnell durch. Ich kaufte mir noch ein sündhaft teures Nackenhörnchen, weil ich meins vergessen hatte, und deckte mich noch mal mit Wasser ein. Es ging mit dem Bus zum Flugzeug. Wo jetzt genau der Unterschied zwischen Eurowings und Lufthansa sein soll, weiß ich leider nicht – die kostenlose Flasche Wasser und ein Stück Schokolade machen für mich jetzt keinen Riesenunterschied. Der Flug war ganz entspannt, auch die Landung, obwohl es auf Island ziemlich stürmte. Eine junge Frau hinter mir hat die komplette Zeit im Flugzeug gesprochen, so was habe ich auch noch nie erlebt. Irgendwie tut sie mir leid, denn für mich ist es ein Zeichen, dass sie nicht mit sich im Reinen ist. Aber hey, ich bin jetzt in Island! Vielleicht kamen mir beim Landeanflug auch kurz die Tränen, weil ich mich so sehr darüber freue, diese Reise endlich anzutreten.
Das Gepäck kam schnell und den Bus habe ich im zweiten Anlauf auch gefunden. 50 Minuten ging es Richtung Reykjavík. Ich muss noch herausfinden, was es mit dem zweiten Flughafen hier auf sich hat. Es gibt noch einen, der direkt in der Stadt ist, aber um den wird hier kein Hype gemacht. Meine Vermutung ist, dass er vielleicht innerhalb Islands oder nur für Güter genutzt wird. ChatGPT hat mir das in etwa bestätigt: Islands Inlandsflüge und Flüge nach Grönland oder zu den Färöer-Inseln heben hier ab. Das wäre geklärt.
Ich wollte am Busbahnhof dann mit einem normalen Bus weiter. Ich habe jedoch weder die Haltestelle noch die Möglichkeit, wie man Tickets kaufen kann, gefunden. Am Schalter vom Flughafenbus hat mir eine freundliche Dame schnell geholfen. Ich bin zwar dann mit meinem Gepäck noch zweimal hin und her, bis ich wusste, auf welcher Seite mein Bus kommt, aber ich habe ihn nicht verpasst. Die Dame hatte mir gesagt, dass man im Bus das Ticket bezahlt. Ich sagte dem Busfahrer, zu welcher Station ich möchte, und er meinte, dass ich meine Bezahlkarte scannen soll. Das tat ich, es piepste und der Fahrer meinte, dass ich einsteigen soll. Die App der Kreditkarte meldete danach, dass ich 0 Kronen bezahlt habe. Keine Ahnung, was da jetzt war, aber ich war im Bus!
Langsam war ich sehr müde und ich fand die Busfahrt mit den isländischen Haltestellen sehr anstrengend. Ich musste noch 250 Meter zum Hotel gehen, dann hatte ich es geschafft. Ich wurde von zwei Männern freundlich empfangen. Der Mann an der Rezeption war sehr freundlich und sein Kollege brachte sogar schon meinen Koffer in mein Zimmer. Ich bekam noch ein paar Tipps zu Ausflügen und wurde zum Zimmer gebracht. Er erklärte mir noch, wie man das Zimmer abdunkelt, und dann war ich endlich wieder alleine in einem Raum. Ich machte kurz die Augen zu und räumte meinen Koffer aus. Ich war mal wieder fasziniert, wie viel in diesen Koffer reinpasst.
Ich hatte mir ein Pub rausgesucht, aber letztendlich lief ich einfach los und landete im Brewdog. Ich trank hier eben das erste Bier seit Karneval und merkte es extrem, auch wenn der Burger mit Fries wirklich eine ordentliche Portion war. Jetzt trinke ich noch ein alkoholfreies Bier und dann geht’s in die Heia.
Island ist zwei Stunden hinter Deutschland. Eigentlich sind es jetzt schon 22:48 Uhr, aber meine Uhr zeigt 20:48 Uhr und es ist auch noch taghell. Morgen werde ich wohl die Stadt zu Fuß erkunden und eventuell den City Pass für ein paar Sehenswürdigkeiten nutzen. Die Ausflüge vom Anbieter, den mir das Hotel empfohlen hat, haben krasse Preise. Das muss ich mir noch gut überlegen – aber wer weiß, wann ich hier noch einmal hinkomme.
Tag 3
Reykjavik, 23. Mai 2025
Ich habe sehr gut geschlafen und war aufgrund der Zeitverschiebung schon vor 07:00 Uhr wach. Ich machte mir Gedanken, was ich sehen möchte, und checkte das Wetter. Das sah ganz okay aus – zumindest für eine Bustour, bei der man 300 Kilometer im Bus sitzt. Ich buchte kurzfristig die Golden Circle Tour. Da diese schon um 08:30 Uhr startete, ging ich zeitig zum Frühstück.
Ich bekam eine Platte mit einem Käsebrötchen, Käse, Schinken, einem Ei, Frischkäse, Marmelade, Joghurt und Müsli. Dazu gab es Orangensaft und Kaffee. Den Kaffee hat der Rezeptionist in einer Kanne ständig zu mir gebracht und wollte nachschenken, aber ich wollte wegen dem Bus nicht so viel Kaffee trinken. Das Frühstück war auf jeden Fall sehr lecker!
Dann ging ich zur Busstation. Da standen etwa 10 Leute und es kamen verschiedene Busse. Für mich kam erstmal nur der Pickup-Shuttle, der mich mit einem Reisebus zum Busterminal brachte. Der Bus war zu 80 % gefüllt und ich konnte alleine sitzen.
Wir fuhren zuerst etwa 90 Minuten zu einem Tomatengewächshaus. Die Erläuterung dazu war ganz interessant – dass zum Beispiel die Samen aus Holland kamen. Es gab auch eine Box mit Hummeln, die nach Holland gehen, aber ich habe nicht verstanden, wieso die Insekten zurückgebracht werden. Es gab Tomatenbier und das schmeckte wirklich gut.
Dann ging es weiter Richtung Geysir. Das war sehr beeindruckend! Die Geysire spuckten immer mal wieder kleine Fontänen. Ich hatte mir eine Busreise an so einen Hotspot schlimmer vorgestellt. Ich konnte in Ruhe Bilder machen und mich auch auf eine Bank auf einem Hügel setzen und das Spektakel beobachten. Die nächste Station war ein riesiger Wasserfall – auch sehr spektakulär.
Die letzte Station war an einer Stelle, wo die amerikanische und die europäische Kontinentalplatte auseinanderbrechen, wenn ich das alles richtig verstanden habe. Unser Guide Peter hatte vorher erwähnt, dass Teile von Game of Thrones dort gedreht worden sind, und ich hatte wirklich Angst vor Weißen Wanderern. Peter erzählte uns auch von Trollen und dass es zu Erdbeben führt, wenn die Trolle Liebe machen. Das finde ich sehr plausibel!
An dem Ort wäre ich gerne länger geblieben.
Gegen 17:00 Uhr waren wir wieder am Busterminal. Im Hotel machte ich ein Schläfchen, ging duschen und wieder in die Stadt. Ich hatte im Internet ein Streetfood-Lokal mit isländischen Gerichten zu kleinen Preisen herausgesucht – also kleine isländische Preise, hahaha. Ich aß eine Kartoffel-Fischsuppe im Brotlaib. Man konnte so oft Suppe nachholen, wie man wollte, und so aß ich noch eine Lamm-Gemüsesuppe. Beides und auch das Brot war sehr lecker. Mit einem alkoholfreien Getränk dazu bezahlte ich knapp unter 30 €. Es gab auch noch Gratiswaffeln und die sahen sehr gut aus. Obwohl ich schon mega satt war, aß ich eine kleine Waffel.
Bis zu diesem Lokal war ich etwa 1,5 Kilometer gegangen und hatte auf dem Weg ein paar Bars wahrgenommen, wo ich mir vorstellen konnte, mein Tagebuch zu füttern. Jetzt sitze ich also bei Elly. Es ist 21:12 Uhr und es ist natürlich noch taghell. Um 23:00 Uhr ist hier Karaoke, aber wohl ohne mich.
Ich werde jetzt schauen, was ich morgen machen könnte. Vielleicht etwas mehr zu Fuß? Heute zählte die Uhr ja bisher nur 20.000 Schritte, haha. Oder eventuell einen Ausritt auf einem Islandpferd? Das konnte ich heute beobachten und war schon etwas neidisch. Ich recherchiere jetzt noch ein bisschen und dann freue ich mich auf das bequeme Bett.
Tag 4
Reykjavik, 24. Mai 2025
Ein neuer Tag in Island! Ich habe wieder ganz ausgezeichnet geschlafen, war aber auch wieder früh wach. Ich habe mir eine Horse-Riding-Tour gebucht, bei der der Pickup um 09:00 Uhr stattfand. Der Hotelier war wieder sehr nett. Es gab heute ein anderes Brötchen und auch anderen Joghurt, es ist aber wirklich sehr lecker. Vor dem Frühstück machte ich noch ein paar Dehnübungen – man wird ja auch nicht jünger.
Rucksack gepackt und ab geht’s! Im Bus waren mal wieder fast nur Amerikaner. An der Farm gab es zuerst einen Film, wo ein bisschen was über Islandpferde und das Reiten erklärt wurde. Dann bekam jeder einen Helm und man wurde gefragt, ob man reiten kann. Ich bekam ein liebes Pferd namens Sprotti. Ich fühlte mich auf ihm sofort sicher und hatte nicht das Gefühl, 15 Jahre nicht mehr auf einem Pferd gesessen zu haben.
Es waren bestimmt 30 Personen aufgesessen und wir gingen alle zusammen im Schritt los. Die Gruppe sollte später geteilt werden. Meine Bedenken, nicht gut genug für die schnelle Gruppe zu sein, waren natürlich unbegründet. Wir trabten nur maximal – oder war es Tölt? Ich merkte auf jeden Fall zwei unterschiedliche Gangarten, aber von oben wusste ich wirklich nicht, was was war. Auf halber Strecke machten wir einen Stopp, wo die Pferde grasen durften und die Begleitpersonen Fotos von uns auf den Pferden machten.
Leider gab es dann auch einen Sturz, weil ein Pferd stieg und eine Frau runtersegelte. Das war schon besorgniserregend, aber zum Glück konnte die Frau zurück auf das Pferd, auch wenn sie den Rückweg im Schritt geritten ist. Ich fand den Reitausflug toll! Der Pickup-Bus brachte mich zurück und ich war mittags wieder im Hotel.
Ja, jetzt tut ganz schön der Hintern weh und allgemein fühle ich mich etwas erschöpft. Mir kam die Idee, in ein Schwimmbad zu gehen und den Whirlpool zu genießen. Das war eine gute Idee, denn jetzt fühlte sich mein Rücken besser an. Als ich das Bad verließ, schien die Sonne und so ging ich noch bis ans Wasser. Herrlich ist es dort! Ich setzte mich auf einen Stein und genoss die Aussicht.
Zurück im Hotel habe ich mich mal wieder lange mit dem Herrn an der Rezeption unterhalten. Im Schwimmbad hatte ich mich mit einer Deutschen unterhalten, die mir Empfehlungen gab. Ich fragte noch, was der Herr davon hielt. Er empfahl mir mal wieder ganz viel, ich werde mir die Sachen später noch ansehen. Er empfiehlt mir eine Bustour in den Süden. Diese dauert 14 Stunden und 30 Minuten – also einmal auswärts nach München in etwa. Das sieht schon ziemlich cool aus und ist im Mai 20 % reduziert. Ich bezweifle zwar, dass das sonst mehr kostet, aber ich werde das Angebot wohl nutzen. Aber nicht morgen! Morgen werde ich eher etwas die Stadt zu Fuß erkunden und mich zwischendurch erholen.
Ich ruhte mich eben noch etwas im Hotel aus und dann ging ich erneut zum Streetfood-Restaurant. Diesmal probierte ich die Tomatensuppe. Die schmeckte ganz anders, als ich sie kenne, aber sie war gut pfeffrig und das fand ich gut.
Jetzt bin ich in einem Pub und trinke ein Bier. Hier ist es noch taghell, aber bereits 21:45 Uhr. Wahnsinn, dass ich noch Energie habe! Vielleicht kann ich morgen etwas länger schlafen oder im Bett noch ein paar Pläne schmieden. Ich habe das hier mit dem Wetter noch nicht so richtig raus; die Vorhersagen aus der App stimmen immer nur zum Teil, aber mein Hotel-Freund wird mir morgen bestimmt auch wieder mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Erneut neigt sich ein wunderschöner Tag dem Ende zu. Auch wenn ich hier in einer Woche wahnsinnig viel zu sehen bekomme, bin ich mir sehr sicher, dass ich noch mal nach Island reisen werde.
Tag 5
Reykjavík, 25. Mai 2025 – Brew Dog Pub
Heute bin ich den ganzen Tag in der Stadt geblieben. Ich habe etwas länger geschlafen und auch länger gefrühstückt. Ich habe alles weggeputzt und auch zwei Tassen Kaffee getrunken, da es heute in keinen Bus ging.
Gestern Abend habe ich gecheckt, welche Empfehlungen im City Pass sind, und eine Liste erstellt. Heute Morgen habe ich dann noch die passende Route erstellt. Ich habe mich auch entschieden, an die Südküste zu fahren, und habe meinen Hotelfreund gefragt, ob dafür morgen gutes Wetter sei. Er meinte, dass ich die Tour für morgen buchen soll – und so tat ich das. Ich habe auch die Organisation des Flugbusses angeschrieben, ob ich den Pickup noch buchen könnte. Das geht zwar, aber es kostet 13 €. Das normale Busticket kostet weniger als einen Euro. Das ist übrigens der Grund, wieso meine Kreditkarte am ersten Tag 0 angezeigt hat – erst ab 100 Kronen steht dort eine 1.
Ich habe heute so viel gesehen, dass ich auf die Liste schauen muss, um die richtige Reihenfolge einzuhalten.
Es ging los mit einer Kunstausstellung, wo mich einige Bilder sehr beeindruckt haben. Ein Bild hätte ich mir ewig anschauen können; da hätte ich mich hinsetzen können und tausende Wörter dazu schreiben können. Von der Ausstellung aus bin ich bis zum Hafenhaus am Wasser gegangen. Bei Google konnte ich sehen, dass daneben ein Stück der Berliner Mauer steht. Obwohl auch die damaligen Überwachungskameras vorhanden sind, geht die Mauer total unter. Kein Mensch nimmt sie dort wahr, obwohl es bestimmt 20 Meter sind. Ich habe jetzt bei Google nachgelesen: Das Stück Mauer ist seit 2015 in Reykjavík und wurde zum 30. Jahrestag des Treffens von Ronald Reagan und Michail Gorbatschow geschenkt. Das Treffen fand im Oktober 1986 in dem Hafenhaus statt.
Als Nächstes ging ich zum Harpa-Konzerthaus. Die Architektur war beeindruckend! Im Keller gibt es eine 4D-Vulkanshow: 8 Minuten für 20 €. Aber die Show hat wirklich viele gute Bewertungen. In Island sind 20 € irgendwie nichts, und so kaufte ich mir ein Ticket. Die Show hatte eine Technik, die ich so noch nicht kannte – war schon ziemlich cool, hätte aber ruhig eine halbe Stunde dauern können. Zudem waren mit mir auch nur zwei weitere Personen im Saal.
Danach ging es in ein Museum, das The Settlement Exhibition heißt. Dort war die Entwicklung Islands erklärt, also wie Island besiedelt wurde. Das Museum war gut gemacht und es war sehr interessant.
Danach ging ich zur National Gallery. Wenn ich dafür den richtigen Eintritt bezahlt hätte, wäre ich wohl sehr enttäuscht gewesen. Im Keller lief ein Kinofilm in Endlosschleife, man konnte aber nicht erkennen, welche Filmminute es gerade ist – das habe ich mir nicht angesehen. Ein anderer Raum war interessant: Da wurden von ca. 15 Bildern das Original und ein paar Fälschungen abgebildet. Oben war eine ganz neue Ausstellung, die gestern erst eröffnet wurde. Die Bilder waren zwar ganz schön, aber es war sehr laut. An einigen Bildern stand, dass sie in Privatbesitz seien, und ich hatte den Eindruck, dass die Besitzer dort waren und sich austauschten. Sie sahen alle sehr schick und vornehm aus. Der dritte Raum war leer – sehr schön. Ich war maximal 20 Minuten in dem Gebäude.
Dann ging ich zum Nationalmuseum von Island. Es war schon nach 15:30 Uhr und das Museum hat nur bis 17:00 Uhr auf, aber da ich den City Pass hatte, hatte ich ja nichts zu verlieren. Das Museum war modern, aber es ging natürlich viel um Wikinger, und das kannte ich schon aus schwedischen Museen. Ich lernte noch etwas über die Unabhängigkeit Islands und wie es dann zur Republik wurde.
Zwischendurch hatte ich schon mal versucht, Postkarten zu kaufen, aber dort gab es keine Briefmarken. Nach dem letzten Museumsbesuch googelte ich dann einen Shop, der auch Briefmarken verkauft. Es ist gar nicht so einfach, für alle immer die richtige Karte zu finden. Danach ging ich in einen Supermarkt und kaufte mir Frühstück für den nächsten Tag, denn ich muss morgen um 07:00 Uhr am Pickup sein. Ich bin wahnsinnig gespannt auf morgen, aber es wird wahrscheinlich entspannter sein als eine Auswärtsfahrt mit dem FC.
Ich ruhte mich kurz im Hotel aus und ging dann erneut zum Brewdog Pub. Ich trinke, glaube ich, seit einer Stunde an einem kleinen isländischen Bier und habe auch schon genug Alkohol damit. Dafür habe ich mir nach den Quesadillas noch mal eine Portion Pommes bestellt – man gönnt sich ja sonst nichts in Island! Ich werde jetzt noch die Postkarten bei einem alkoholfreien Bier schreiben und dann geht’s zum Hotel: Duschen und ab in die Heia, denn morgen wartet ein langer Tag.
Tag 6
Reykjavík, 27. Mai 2025
Es ist Dienstagmorgen, fast 10:00 Uhr, und mein Ausflug zur Sky Lagoon startet heute um 11:30 Uhr mit dem Pickup. Gestern habe ich einen Ganztagsausflug von 07:00 bis 22:00 Uhr gemacht und war abends zu müde, um meine Erlebnisse noch schriftlich festzuhalten.
Mit dem Pickup hat wieder alles einwandfrei funktioniert. Diemsal war es ein kleiner Bus und es waren nur 13 Teilnehmer. Ich muss wieder das Handy dazunehmen, um sicher zu sein, dass ich nichts vergesse.
Zu Beginn hielten wir an einem großen Wasserfall. Der war jedoch ganz anders als der von der Golden-Circle-Tour: Er ging ganz gerade nach unten und hatte keine Stufen. Beeindruckend finde ich, dass unten kaum Wasser fließt. Es sieht aus, als kämen ständig riesige Wassermassen runter, aber unten ist das Wasser so flach, dass man durchgehen kann.
Während der Fahrt konnte man schon die ersten Gletscher sehen; wir waren auf dem Weg zu einem. Wir hielten an einem schwarzen Strand. Der Boden ist schwarz von der Lava, aber es fühlt sich an wie normaler Sand. Dann hielten wir an einer Stelle, wo man über Lavabrocken laufen konnte – gar nicht so einfach, wenn man keine gerissenen Bänder mit nach Hause nehmen möchte! Mit der Weiterfahrt wurde das Wetter immer besser. Ich genoss den Ausblick während der Fahrt mit Lavalandschaften und Gletschern. Irgendwann begann unser Guide runterzuzählen, und als wir bei Null waren, machten wir eine Kurve und sahen die Gletscherlagune bei bestem Wetter. Je nach Windrichtung werden Eisblöcke vom Gletscher in die Lagune geworfen und der Atlantik spült warmes Wasser hinein. Das sorgt dafür, dass die Menge der Eisblöcke ständig variiert. Wenn man von der Gletscherlagune Richtung Atlantik geht, kommt man zum Diamond Beach. Dieser heißt so, weil Eiskristalle vom Gletscher dort an Land gebracht werden und im Sand liegen. Das Wasser ist rein, und daher sind die Eisstücke ganz klar und sehen aus wie Diamanten.
Auf dem Hinweg hatten wir auch eine Lunchtime. Da habe ich mega lecker eine Lammhaxe mit Kartoffelgratin und Salat gegessen, und das für nur 25 €. Solche Raststätten wünsche ich mir in Deutschland auch mal! Auf der Rückfahrt musste unser Guide an der Stelle mit dem schwarzen Strand noch mal für 45 Minuten halten. Ich hatte noch einen Chia-Pudding sowie eine Banane und aß schön am Strand zu Abend.
Dann kam unser letzter Halt an einem Wasserfall, hinter den man gehen konnte. Es war gar nicht so leicht, auf den nassen Steinen hinter den Wasserfall zu kommen, aber es war ein tolles Erlebnis. Danach waren wir alle sehr nass und wussten, wieso das am Ende der Tour gemacht wurde.
Gegen 22:00 Uhr war ich zurück und freute mich aufs Bett. Ich hatte mir die Tour jedoch anstrengender vorgestellt – es war vollkommen okay. Ich quatschte noch kurz mit dem Hotelpersonal und dann setzte ich mich mit einer Packung Chips aufs Bett, aß sie auf und schlief schnell ein.
Für heute habe ich die Sky-Lagoon-Tour gebucht, und heute Abend mache ich eventuell noch etwas von der Reykjavík-Liste. Ich habe eben beim Frühstück gefragt, ob ich morgen, am letzten Tag, eine Wandertour über Lavafelder in einem kleinen Fischerdorf machen soll oder in einen Lavatunnel gehen soll. Mein Hotelfreund empfahl mir den Lavatunnel und er nannte mir noch ein Event, das Inside the Volcano heißt. Er meinte, das sei sehr teuer, aber die Leute wären begeistert. Ja es ist teuer, aber es beeindruckt mich so sehr, dass ich es wohl machen werde.
Tag 7
Reykjavík, 27. Mai 2025
Jetzt ist Abend. Ein weiterer erlebnisreicher Tag liegt hinter mir. Ich habe heute Morgen noch die Vulkan-Tour gebucht – meine Kreditkarte meinte, dass das okay sei, und sie hat eigentlich immer recht.
Nachdem ich das Hotel verlassen hatte, merkte ich, dass es ganz schön sonnig ist und ich keine Sonnencreme benutzt hatte. Eigentlich wollte ich noch eine halbe Stunde spazieren gehen und hatte dementsprechend noch Puffer, bis der Pickup kam. Ich ging also zurück und cremte mich ein. Aber wer hat es wohl geschafft, sich trotzdem (in Island!) einen ordentlichen Sonnenbrand zu holen? Here I am! Zum Glück habe ich auch Après-Sun mitgenommen.
Am Pickup traf ich zwei Schwedinnen, mit denen ich schon den Golden Circle gemacht hatte – Island ist klein!
In der Sky Lagoon war es toll. Man konnte die ganze Zeit, wie in einem Infinity pool, auf den Atlantik schauen und ich fühlte mich wie in einer riesigen Badewanne. Beim Eintritt ist immer ein siebenstufiges Ritual drin: Zuerst ging es in einen Eispool, dann kam die Sauna, ein Outdoor-Nebelregen, ein Body Scrub, das Dampfbad, Duschen und zum Abschluss ein Shot „Eisbeerensaft“. Das war schon alles toll, aber auch nichts völlig Neues – und Abduschen als eigene Stufe zu sehen, na ja, ich weiß nicht. Hab gehört, damit kann man gutes Geld machen! Witzig war auch, dass ich wohl eine Privatumkleide gebucht hatte, haha. Ich bin mir ja auch zu schade für die Sammelumkleide! Keine Ahnung, was das jetzt mehr gekostet hat, aber ich habe mich während dieser Reise sowieso davon verabschiedet, über Geld nachzudenken.
An der Kasse musste ich zu Beginn auch noch an eine Szene von Kevin – Allein in New York denken: Als er im Plaza Hotel seine Kreditkarte (also die seines Vaters) benutzt, sagt er leise: „Es funktioniert!“ In der Lagune bekam man ein Armband, und die Dame am Empfang fragte mich, ob ich meine Karte damit verbinden möchte, dann könnte ich mit dem Band direkt bezahlen. Sie nahm meine Kreditkarte, zog sie durch und – wow, es funktioniert! Am Ausgang hielten die anderen Gäste ihr Band an einen Computer und mussten dann bezahlen. Mein Band wurde nur gescannt und die Tür ging auf. Ich liebe diese Technik!
Im Pickup überlegte ich, ob ich erst zum Hotel oder was essen gehen soll, aber mein Magen entschied, dass es noch mal eine Suppe geben soll. Diesmal gab es eine Suppe mit Krebsen, die war auch sehr lecker. Dann nochmal Lammsuppe und zwei Waffeln – der Laden ist echt Gold wert.
Während ich dort mein alkoholfreies Bier austrank, suchte ich nach einer Abendaktivität. Ich schwankte zwischen einer Wal-Show, der Lava Show und einem Flugsimulator, der Island von oben zeigt. Den Flugsimulator (FlyOver Iceland) hatte mein Hotelfreund empfohlen, und so buchte ich eine Tour – Geld spielt ja eh keine Rolle mehr.
Zu dem Simulator ging ich am Hafen vorbei, also auch noch mal neue Wege.
Zurück ging ich auch zu Fuß. Bis zum Hotel waren es zwar ein paar Kilometer, aber die Stadt ist wirklich sehr schön. Es gibt typisch skandinavische Häuser, Betonklötze und sehr moderne Architektur mit Glasfassaden. Ich hatte mein Tagebuch heute nicht mitgenommen und so holte ich es im Hotel, quatschte dort natürlich noch eine Runde und ging dann zum Pub. Das Dubliner hatte mir sehr gut gefallen, und so ging ich dafür noch mal einen Kilometer zu Fuß.
Heute am Dienstag ist nicht viel los in Reykjavík. In manchen Lokalen sitzen nur zwei, drei Leute. In einem Pub ist normalerweise immer etwas los, und so ist es auch hier. Es wird irgendein Fußballspiel gezeigt und auch in den anderen Räumen ist jeder Platz besetzt. Es ist sehr gemütlich.
Ich bin sehr gespannt, was mich morgen im Vulkan erwartet, und es ist gut, dass ich nicht ewig Zeit habe, mir Gedanken dazu zu machen. Es ist jetzt fast 21:00 Uhr. Da ich wahrscheinlich wegen der Unruhe im Unterbewusstsein nicht gut schlafen werde, gehe ich gleich ins Bett.
Tag 8
Reykjavík, 28. Mai 2025
Wahnsinn! Ich bin heute mit einem Plattformaufzug 120 Meter tief in einen Vulkan gefahren worden. Wer hätte gedacht, dass ich das einmal machen werde? Ich nicht!
Ich habe heute lange auf den Pickup gewartet und hing schon in der Hotline von Inside the Volcano, bis ein kleiner Bus mit der Aufschrift um die Ecke kam. Es saß nur eine junge asiatische Frau im Bus und sie war sehr freundlich. Ihr Name ist Julianne und sie kommt aus Taiwan. Ich mochte sie direkt und wir haben die ganze Fahrt gequatscht. Ich erzählte ihr, dass ich ein wenig nervös sei, und so erzählten wir uns die ganze Fahrt über etwas. Eigentlich war ich aber mehr aufgeregt und gespannt als nervös und ängstlich. Julianne lebt aktuell in UK und ist für 24 Tage in Island. Wir haben uns den ganzen Tag unterhalten und am Ende die Nummern ausgetauscht.
Am Vulkan bekamen wir eine kurze Erklärung, was uns erwartet. Dann ließ ich mir noch ein Regencape geben, da wir drei Kilometer durch den Regen gehen mussten. Unsere Guide-Frau erklärte zwischendurch immer mal was und dann gingen wir zum Basecamp. Da gab es Kaffee und Tee sowie weitere Erklärungen, wie wir die Sicherheitskleidung zu tragen haben. Dann gingen wir noch ein Stück höher und dort war der Aufzug. Wir waren in Gruppen aufgeteilt worden, und als meine Gruppe dran war, regnete es zum Glück nicht mehr. Der Aufzug war schon krass, aber Angst hatte ich nicht – es war einfach spektakulär! Die Mineralien an den Wänden zeigen viele verschiedene Farben.
Außer Julianne waren noch drei Kanadier in meiner Gruppe. Wir hatten viel Spaß und ein Kanadier hatte eine Spiegelreflexkamera dabei; er meinte, er schickt mir die Bilder noch zu. (Das hat er bis heute nicht getan…) Julianne drehte ihre Runde im Vulkan etwas zu langsam und wir fuhren schließlich ohne sie nach oben – na ja, eine vermisste Person ist doch eine gute Quote für einen Vulkan! Wir waren wieder im Basecamp und bekamen Lammsuppe. Wahnsinnig lecker! Plötzlich war auch Julianne wieder da; sie kam mit der dritten Gruppe wieder ans Tageslicht.
Während wir bei der Suppe saßen, hieß es plötzlich, dass ein Fuchs draußen sei. Wir ließen alles stehen und liegen und bestaunten das Tier – eine tolle Erfahrung! Das Wetter war jetzt ein Traum und wir gingen die drei Kilometer zurück. Ich unterhielt mich viel mit den Kanadiern. Der Bus holte uns zwei wieder ab und wir fuhren müde, aber glücklich zurück in die Stadt.
Ich ging zum Hotel, nahm eine lange Dusche und machte ein Nickerchen. Da Geld hier ja keine Rolle mehr spielt, ging ich heute Fisch essen: isländischer Saibling, mega lecker! Dann buchte ich die Lava Show für 20:00 Uhr und spazierte eine Stunde dorthin. Das Wetter war ein Traum. Ich war früh hier, daher hatte ich jetzt Zeit zum Schreiben bei einem alkoholfreien Bier. Ich habe hier wirklich wahnsinnig viel gesehen und kann mich beruhigt auf den Heimweg machen.
Auf dem Weg hierher fragten mich ein paar lustig gekleidete Leute, ob ich aus Deutschland sei. Ich fragte mich zwar, woran man das erkennt, aber sie machten eine Challenge und mussten heute Abend eine Person aus Deutschland umarmen. Ich gab ihnen die Umarmung für ein Foto – das war lustig. Ich musste an die Situation in Estland denken, als mich jemand fragte, ob ich Corinna hieße. Das war ein Freund von jemandem, der in der Bier-App gesehen hatte, dass ich und sein Kumpel im selben Pub saßen. Aber diesmal hatten die Leute einfach jeden angequatscht. Selten waren Menschen so froh, dass ich da war!
Die Lava Show war wahnsinnig gut. Es floss wirklich echte Lava und ich habe noch mal neue Dinge über Vulkane und Lava gelernt. Das Geld hat sich zum Abschluss wirklich noch mal gelohnt!
Ich bin danach noch etwas durch die Gegend geschlendert und habe noch die Domkirche und das Rathaus gesehen – leider konnte man so spät nicht mehr reingehen. Wo man aber noch reingehen kann, ist eine Bar: Sie heißt Microbar und hat circa 15 lokale Biere. Und so trinke ich jetzt noch ein lokales IPA. Ein super Abschluss!
Ich bin wirklich Island-verliebt und mein Lieblingsland Schweden hat harte Konkurrenz bekommen. Ich möchte unbedingt noch mal hierherkommen, aber dafür wird jetzt erst mal gespart. Der Urlaub war mit Abstand der beste und ich nehme wahnsinnig viele tolle Eindrücke mit nach Hause.
