
Hallo Du!
Seit ich meinen Blog bei Instagram bewerbe, habe ich immer mal wieder die Nachricht erhalten, dass Menschen es als mutig empfinden, wenn ich private Dinge über mich erzähle. Bis heute hat sich das für mich allerdings nicht so angefühlt.
Diesmal ist es anders. Ich gehe einen Schritt weiter und gebe noch mehr persönliche Dinge preis. Mit dem Wunsch, auch nur einen Menschen mehr fühlen zu lassen, dass er richtig ist – genau so, wie er ist! Wer auch immer das liest und sich verbunden fühlt: Das hier ist für DICH! 💛
Heute möchte ich über Hochsensibilität als besondere Form der Reizverarbeitung schreiben.
Dieser Begriff beschäftigt mich seit ein paar Jahren, weil meine damalige Beraterin die Vermutung hatte, dass ich hochsensibel bin. Aus meinen Erzählungen leitete sie ab, dass mich Dinge schnell betroffen machen und verletzen. Ich bestätigte ihr das schnell. Denn ich wurde mein Leben lang von Sätzen wie „Jetzt übertreibt sie wieder“, „Sie kann auf Kommando weinen und sollte Schauspielerin werden“, „Das macht sie nur, um Aufmerksamkeit zu bekommen“ und dem wahrscheinlich meistgehörten Satz meines Lebens begleitet: „Stell dich nicht so an!“
Ich habe mir schon als Kind den Kopf darüber zerbrochen, wie ich wohl mal anders reagieren könnte. Eine Lösung fand ich nicht. Vor allem das mit der Aufmerksamkeit war mir immer ein Rätsel, denn eigentlich wollte ich ja, dass niemand meine Tränen sieht. Sie fühlten sich sehr falsch für mich an – sie sollten einfach verschwinden. Leider habe ich dadurch nach und nach verlernt zu weinen.
Heute bin ich schlauer: Weinen war und ist mein größtes Ventil, um meine Emotionen zu verarbeiten. Es ist zwar ganz praktisch, dass ich gelernt habe, auch mal eine Träne zu unterdrücken, aber tatsächlich ist es heute so, dass jede Träne in mir auch etwas Positives auslöst. Ich bin stolz darauf, meine Tränen wertschätzen zu wissen und als einen Teil von mir liebevoll anzunehmen.
Hochsensibilität zeichnet sich für mich aber auch durch einen hohen Wert an Empathie aus. Ich fühle sehr intensiv mit, wenn jemand leidet. Für mich habe ich jedoch gelernt, das Wissen über negative Erlebnisse zu begrenzen. Ich kann die Welt nicht retten – und erst recht nicht dadurch, dass ich mich schlecht fühle. Was ich durch meine Empathie jedoch kann: mich in andere Menschen hineinfühlen, ihnen zuhören und situativ helfen. Eine große Stärke für meine Tätigkeit als Coach!
Die Psychologin Barbara Fredrickson hat wissenschaftlich festgestellt, dass Menschen ein Verhältnis von mindestens 3:1 (dreimal mehr positive Empfindungen als negative) benötigen, um psychisch aufzublühen und Resilienz aufzubauen. Erschwerend kommt hinzu, dass Negatives ganz von alleine ins Gedächtnis rauscht. Positive Erlebnisse müssen wir hingegen aktiv genießen und für mindestens 10–20 Sekunden bewusst spüren, damit das Gehirn sie dauerhaft abspeichert.
Jeder Mensch kann mehr Schönes in sein Leben bringen, wenn dies aktiv passiert! Der bewusste Genuss einer Tasse Kaffee oder das Lieblingsessen helfen bereits, die negative Bilanz ins Gleichgewicht zu bringen.
Weitere Merkmale der Hochsensibilität sind Kreativität, tiefes Nachdenken und Detailwahrnehmung – Fähigkeiten, die mich ausmachen und die ich keinesfalls missen möchte. Hunderte Male bin ich schon die Runde um den See in meiner Nachbarschaft gegangen, und ich werde es wohl niemals satt haben, da ich jedes Mal etwas anderes fühle und entdecke. 🌿
Meine größten Herausforderungen sind schnelle Überreizung, Abgrenzungsschwierigkeiten und der Wunsch nach Rückzug. Je nachdem, wie viele Reize im Laufe des Tages auf mich einprasseln, bin ich bereits am frühen Nachmittag sehr erschöpft. Ein weiterer Punkt, der von außen oft nicht nachvollzogen werden kann: Wenn ich um 19 Uhr müde bin, gehe ich um 19 Uhr schlafen. Wenn ich meine Grenzen nicht berücksichtige, werde ich krank.
Um abends noch rauszugehen, stehe ich gefühlt vor einem wissenschaftlichen Experiment: Um mein Energielevel dafür hinzubekommen, muss ich einiges beachten. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt und weiß gut, was für mich geht und was nicht. Was manchmal noch fehlt, ist die Akzeptanz im Außen. Wenn ich eine Feier um 21 Uhr verlasse, sind die Gastgeber oft enttäuscht. Dass ich überhaupt bis 21 Uhr durchgehalten habe, weil die Menschen es mir wert sind, über meine Grenzen zu gehen, bleibt meist ungesehen. Ich versuche, mich darüber nicht zu ärgern und meine Vorwürfe zurückzuhalten. Schließlich habe ich selbst jahrelang nicht gewusst, dass mein Gehirn so funktioniert, wie es nun mal funktioniert.
Durch meine Recherche zur Hochsensibilität weiß ich heute, dass ich mit diesen Herausforderungen nicht alleine bin. Ich weiß sogar, dass in meinem direkten Umfeld andere hochsensible Menschen sind, die ähnlich ticken. Wenn ich beginne, offen darüber zu sprechen, erkennen sich einige wieder und spiegeln mir, dass sie sich auch oft nicht verstanden fühlen.
Persönlich bin ich davon überzeugt, dass sich jeder Mensch irgendwann einmal unverstanden fühlt. Auch wenn ich nicht immer alles verstehen kann, versuche ich die „Macken“ anderer in gleicher Weise liebevoll zu betrachten, wie ich möchte, dass meine Hochsensibilität gesehen wird.
Es ist etwas ganz Besonderes, diese Intensität an Gefühlen zu haben!
Neurodivergenz ist nicht falsch und Hochsensibilität ist keine Krankheit! Die Sache an sich braucht keine Therapie – das, was manche Menschen einem aufgrund dieser Eigenschaft entgegenbringen, gegebenenfalls schon.
Ich mag meine Hochsensibilität samt all ihren Herausforderungen!
Was ich dir heute mitgeben möchte:
Egal, wie intensiv du fühlst, wie schnell deine Akkus leer sind oder wie anders deine Wahrnehmung manchmal sein mag: Du musst dich für deine Grenzen nicht entschuldigen. Dein Nervensystem ist kein Fehler, sondern deine ganz eigene Superkraft. Nimm deine Facetten dankbar an – du bist genau richtig, so wie du bist.
Mit Liebe und Dankbarkeit!
Deine Corinna
PS: Selbstverständlich wurde dieser Text von einer KI korrekturgelesen und minimal angepasst 😉

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