
Hallo ihr Lieben,
vielleicht liegt es am Algorithmus, aber mir läuft dieses Wort in letzter Zeit immer häufiger über den Weg. Nachdem ich das Thema schon mehrfach in meiner Story erwähnt habe, haben mich dazu ein paar Fragen erreicht. Mit diesem Beitrag möchte ich euch mit in die Welt des Journalings nehmen. 🙂
Ich habe es jetzt nicht gegoogelt, aber die deutsche Übersetzung wird wohl „Tagebuch schreiben“ sein. Ich fand ein Tagebuch schon als Kind spannend, da es in Geschichten vorkam und meistens als etwas Geheimnisvolles dargestellt wurde. Ich besaß als Kind auch ein Tagebuch, das man sogar abschließen konnte. Ich wusste nur nie so richtig, was ich da reinschreiben sollte. Meistens dachte ich mir die Geschichten aus, die ich dort hineinschrieb. Vielleicht würde ja in 100 Jahren jemand mein Tagebuch finden und ich wäre dann berühmt, weil ich so spannende Dinge erlebt habe. Falls es noch passiert, hoffe ich, dass sie diesen Beitrag hier nicht auch finden.
Gut, heute heißt es nun mal Journaling. Was man beim Journaling genau machen soll, weiß ich immer noch nicht, aber ich bin auch davon überzeugt, dass es hier weder Regeln noch Grenzen gibt.
Begonnen habe ich vor vier Jahren damit, jeden Tag etwas aufzuschreiben, was mich an diesem Tag besonders glücklich gemacht hat. Dadurch hatte ich schnell eine lange Liste mit schönen Dingen, die mir im Leben widerfahren sind. Nach einer Weile kann man sich dann selbst nicht mehr sagen, dass man kein Glück im Leben hat. Manchmal muss man sich das einfach nochmal vor Augen führen.
Als Nächstes habe ich regelmäßig Fragen zu meinem Leben beantwortet, die ich aus Büchern zur Persönlichkeitsentwicklung entnommen habe. Da ging es mal um etwas, das ich an einem bestimmten Tag erlebt hatte, und mal allgemein um mein Leben und meine Werte.
Damit ich mir nicht ständig neue Fragen und Anleitungen suchen musste, habe ich mir dann das 6-Minuten-Tagebuch gekauft. Dieses Buch ist in zwei Bereiche aufgeteilt: einen, den man morgens (3 Minuten) füllt, und einen, den man abends (3 Minuten) ausfüllt. Jeden Tag gab es noch ein inspirierendes Zitat. Ich habe drei dieser Bücher über 1,5 Jahre jeden Tag beschrieben. Danach habe ich andere geführte Tagebücher ausprobiert.
Heute nutze ich lieber Notizbücher ohne vorgegebene Kategorien und Ideen, da ich mittlerweile selbst ein Gefühl dafür habe, worüber ich am liebsten schreiben möchte. Oft lasse ich dabei meinen Gedanken auch einfach freien Lauf. Mal schreibe ich auf, was ich erlebt habe (wie in meinem Reisetagebuch), und mal schreibe ich einfach alle Gedanken runter, die gerade in meinem Kopf rumschwirren.
Für mich ist das eine geniale Methode. Ich gebe meinem Gehirn damit das Zeichen, dass es sich jetzt gerne weniger mit diesen Gedanken beschäftigen darf und dass es sie mir nicht permanent um die Ohren hauen muss. Denn ich habe sie jetzt festgehalten und sie gehen nicht mehr verloren.
Aber bekanntlich funktioniert ja jedes Gehirn etwas anders, sodass ich immer nur empfehlen kann, es auszuprobieren. Wenn bei dir dieser Effekt nicht eintritt, hilft dir vielleicht etwas anderes besser.
Neurowissenschaftlich ist das händische Schreiben übrigens mehr als ein einfaches Festhalten von Gedanken. Es verändert nachweislich die Aktivitätsmuster im Gehirn, reduziert Stress und stärkt die kognitive Kontrolle.
Außerdem wird auch hier wieder die Neuroplastizität genutzt. Bei regelmäßiger Praxis schwächst du die automatischen Grübelpfade ab und stärkst neuronale Netzwerke für Gelassenheit und Selbstreflexion.
Anfang des Jahres habe ich eine wundervolle Frau kennengelernt, die mich total mit ihrem eigenen Journaling inspiriert. Sie nutzt auch freie Notizbücher und schreibt frei Schnauze. Zusätzlich dekoriert sie die einzelnen Seiten selbst. Sie nutzt Bastelpapier und Sticker, um jede Seite individuell zu gestalten. Außerdem druckt sie Fotos aus, um ihre Erinnerungen zu visualisieren.
Das gefällt mir so sehr, dass ich mein nächstes Notizbuch auch so gestalten möchte. Ich werde mich durch die geführten Tagebücher immer mal wieder inspirieren lassen, aber auf meine eigene Gestaltung freue ich mich schon sehr.
In letzter Zeit habe ich etwas unstrukturierter gejournalt und wer mich kennt, weiß: Das ist nichts für mich 😉
Damals hatte mein Buch einen festen Ort und war fest in meine Morgenroutine integriert. Das hilft sehr, wenn man regelmäßig dranbleiben möchte. Es lohnt sich, nur 5 Minuten früher aufzustehen, um mit so etwas Schönem in den Tag zu starten. Noch ein Kaffee oder Tee dazu und jetzt im Herbst ein schönes Teelicht und eine instrumentale Begleitung mit akustischen Instrumenten? Viel besser kann ich persönlich nicht in den Tag starten.
Aber auch hier sind wir wieder alle individuell. Vielleicht passt es in deinen Rhythmus besser, wenn du abends alles erledigt hast und noch ein paar Minuten nur mit dir verbringen möchtest.
Was ich heute besonders schön finde, ist, zu lesen, was ich vor ein paar Jahren so geschrieben habe. Wenn ich alte Einträge lese, bin ich immer wieder verwundert, wie sich mein Denken verändert hat.
Ich habe zum Beispiel auch das 3-Jahres-Tagebuch von Lebenskompass. Jeden Tag gibt es hier eine kleine Frage zu beantworten. Über ein Jahr verteilt wechselt die Frage täglich. Am 1. Januar beginnst du aber wieder mit der Frage, die du am 1. Januar des Vorjahres beantwortet hast. Ich verdecke mir meine damalige Antwort immer, um mich nicht beeinflussen zu lassen. Fast jeden Tag bin ich verblüfft, was sich in einem Jahr verändert hat.
Dieses Tagebuch benötigt natürlich auch ganz schön viel Disziplin, aber du bist hier ja dein eigener Chef. Sei nicht zu streng mit dir und erlaub dir auch mal, an einem Sonntag alle Fragen nachträglich zu beantworten. Sonst liegt das schöne Buch bald wieder in der Ecke und man Gefühle von Versagen sind nicht förderlich.
Wenn du zu den genannten Büchern mehr Einblicke haben möchtest, um das Richtige für dich zu finden, sende mir gerne eine Nachricht.
Ich freue mich auf den Austausch über eure Journaling-Ideen!
Liebe und Dankbarkeit gehen raus zu euch!
Eure Corinna

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